Aus Pizzateig – so gelingt uns der perfekte Teig zu Hause
Guter Pizzateig ist kein Zufall.
Er ist das Ergebnis von Zeit, einfachen Zutaten und ein wenig Gefühl. Genau deshalb lohnt es sich, das Thema Pizzateig einmal wirklich in Ruhe durchzugehen. Nicht kompliziert. Nicht übertrieben fachlich. Sondern so, dass wir es zu Hause problemlos umsetzen können.
Wir zeigen hier Schritt für Schritt, wie wir einen richtig guten Pizzateig machen. Einen Teig, der außen knusprig ist, innen luftig, gut formbar, und der nach Pizza schmeckt – nicht nach Brot.
Warum guter Pizzateig so wichtig ist
Bevor wir über Mehl, Hefe oder Gehzeiten sprechen, halten wir kurz inne.
Denn:
Der Belag ist wichtig, ja.
Aber der Teig ist die Basis von allem.
Ein schlechter Teig:
- reißt beim Formen
- bleibt hart oder trocken
- schmeckt flach und langweilig
Ein guter Teig dagegen:
- lässt sich leicht ziehen
- entwickelt tolle Luftblasen
- trägt den Belag, ohne ihn zu erdrücken
Und das Beste?
Wir brauchen dafür keine Profi-Ausrüstung.
Die Grundzutaten – weniger ist mehr
Einer der größten Fehler beim Pizzateig ist: zu viel auf einmal.
Ein klassischer, bewährter Pizzateig besteht aus nur fünf Zutaten:
- Mehl
- Wasser
- Hefe
- Salz
- (optional) ein Hauch Olivenöl
Mehr nicht.
Kein Zucker, kein Backpulver, keine exotischen Zusätze.
Welches Mehl verwenden wir?
Hier scheiden sich oft die Geister. Wir bleiben pragmatisch.
Am besten geeignet ist:
- Weizenmehl Type 00 – ideal, aber nicht zwingend
- Weizenmehl Type 405 oder 480 – sehr gut verfügbar
- Weizenmehl Type 550 – etwas kräftiger, ebenfalls gut
Wichtig ist nicht nur der Typ, sondern auch das Protein im Mehl. Je höher, desto elastischer wird der Teig.
Wasser – unscheinbar, aber entscheidend
Wasser ist nicht einfach nur Wasser.
Für Pizzateig gilt:
- kalt bis lauwarm, niemals heiß
- ideal sind ca. 18–22 °C
Warum?
Weil wir die Gärung kontrollieren wollen. Zu warmes Wasser treibt die Hefe zu schnell an. Der Teig verliert Struktur und Geschmack.
Hefe: frisch oder trocken?
Beides funktioniert hervorragend.
Wir empfehlen:
- weniger Hefe, dafür mehr Zeit
Faustregel:
- 1 g Trockenhefe auf 500 g Mehl reicht oft völlig aus
Ja, wirklich.
Geduld ersetzt hier Menge.
Das perfekte Grundrezept für aus Pizzateig
Hier ein bewährtes Basisrezept für ca. 2–3 Pizzen:
Zutaten
- 500 g Weizenmehl
- 325 ml Wasser
- 10 g Salz
- 1 g Trockenhefe
- 1 EL Olivenöl (optional)
Einfach. Übersichtlich. Funktioniert.
Teig richtig kneten – Gefühl statt Kraft
Jetzt wird es praktisch.
Wir mischen zuerst:
- Mehl
- Wasser
- Hefe
Das Salz kommt erst später dazu. Warum?
Salz bremst die Hefe. Geben wir es zu früh dazu, verzögert sich die Gärung unnötig.
Wie lange kneten wir?
- per Hand: 10–12 Minuten
- Maschine: 6–8 Minuten
Der Teig ist fertig, wenn er:
- glatt ist
- nicht mehr stark klebt
- sich dehnen lässt, ohne zu reißen
Ein guter Test:
Wir ziehen ein kleines Stück Teig auseinander. Wird es fast durchsichtig, ohne zu reißen? Perfekt.
Gehzeit – hier passiert die Magie
Jetzt kommt der wichtigste Teil.
Wir lassen den Teig ruhen.
Und zwar nicht kurz.
Kurze Gehzeit (wenn es eilig ist)
- 1–2 Stunden bei Raumtemperatur
- Ergebnis: okay, aber nicht überragend
Lange Gehzeit (unsere Empfehlung)
- 24–48 Stunden im Kühlschrank
- Ergebnis: luftig, aromatisch, leicht verdaulich
Warum ist das so wichtig?
Während der langen Ruhe:
- baut die Hefe Zucker ab
- entstehen komplexe Aromen
- entspannt sich das Gluten
Der Teig wird dadurch viel besser formbar.
Teig portionieren und entspannen lassen
Nach der ersten Gehzeit teilen wir den Teig in Portionen.
Pro Pizza rechnen wir:
- ca. 230–260 g Teig
Wir formen straffe Kugeln.
Dann lassen wir sie nochmals ruhen – mindestens 30–60 Minuten.
Dieser Schritt wird oft übersprungen.
Und genau hier verlieren viele ihre schöne Struktur.
Pizzateig richtig formen – ohne Nudelholz
Ganz wichtig:
Wir rollen Pizzateig nicht aus.
Warum?
- Luft wird herausgedrückt
- der Rand bleibt flach
- die Pizza wird kompakt
Stattdessen:
- mit den Fingerspitzen von innen nach außen drücken
- den Rand bewusst aussparen
- den Teig vorsichtig ziehen
Keine Gewalt.
Der Teig zeigt uns, wie weit er gehen will.
Backen – Hitze ist alles
Ein guter Teig braucht extreme Hitze.
Im Haushaltsofen
- maximale Temperatur (meist 250–300 °C)
- Backstahl oder Pizzastein dringend empfohlen
- Vorheizen: mindestens 30 Minuten
Backzeit
- 6–9 Minuten, je nach Ofen
Je heißer, desto besser der Ofentrieb.
Häufige Fehler beim aus Pizzateig
Lass uns kurz ehrlich sein.
Fast jeder macht am Anfang diese Fehler:
- zu viel Hefe
- zu kurze Gehzeit
- Teig ausrollen
- Ofen nicht vorgeheizt
- zu viel Mehl beim Formen
Die gute Nachricht:
Alles lässt sich leicht vermeiden, wenn wir uns ein bisschen Zeit nehmen.
Variationen für unseren Pizzateig
Sobald das Grundrezept sitzt, können wir spielen.
Vollkorn-Pizzateig
- 30 % Vollkornmehl
- etwas mehr Wasser
- längere Gehzeit
Pizzateig mit Poolish
- Vorteig aus Mehl, Wasser und Hefe
- extrem aromatisch
- perfekt für Fans von luftiger Pizza
Knuspriger Pizzateig
- etwas weniger Wasser
- dünner ausziehen
- sehr heiß backen
Warum selbst gemachter Pizzateig einfach besser ist
Ganz klar:
- wir wissen, was drin ist
- wir steuern Geschmack und Textur
- wir essen bewusster
Und ganz ehrlich?
Es macht einfach Spaß.
Teig in den Händen zu haben, ihn reifen zu sehen, die Pizza aus dem Ofen zu holen – das ist mehr als nur Kochen. Das ist Genuss mit Prozess.
Fazit
Aus Pizzateig wird dann richtig gut, wenn wir:
- einfache Zutaten nutzen
- der Zeit ihren Raum geben
- auf unser Gefühl hören
Wir brauchen keine Perfektion.
Nur ein bisschen Geduld.
Und dann?
Dann schmeckt jede Pizza ein kleines bisschen nach Italien – direkt aus unserer eigenen Küche.
Guten Appetit! 🍕
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