48-Stunden-Pizzateig – warum wir nie wieder etwas anderes machen
Wenn wir einmal einen echten 48-h-Pizzateig ausprobiert haben, gibt es kein Zurück mehr.
Nicht, weil es kompliziert wäre. Ganz im Gegenteil. Sondern weil Geschmack, Textur und Bekömmlichkeit in einer völlig anderen Liga spielen.
In diesem Artikel zeigen wir Schritt für Schritt, wie wir unseren Pizzateig 48 Stunden ruhen lassen, warum sich die lange Teigführung lohnt und worauf wir achten sollten, damit das Ergebnis locker, aromatisch und perfekt backfähig wird.
Alles einfach erklärt, ohne Fachchinesisch – so, dass es wirklich jeder zu Hause nachmachen kann.
Was ist ein 48-H-Pizzateig überhaupt?
Ein 48-h-Pizzateig ist ein Hefeteig, der nicht schnell, sondern sehr langsam reift.
Statt den Teig nach ein bis zwei Stunden zu verarbeiten, geben wir ihm zwei volle Tage Zeit.
Diese Zeit nutzt die Hefe, um:
- Zucker abzubauen
- Aromen zu entwickeln
- das Gluten entspannt aufzubauen
Das Ergebnis ist ein Teig, der:
- luftig und elastisch ist
- sich leicht formen lässt
- besser verdaulich ist
- beim Backen schön aufgeht
Kurz gesagt: Pizza wie aus der Pizzeria – nur selbst gemacht.
Warum wir auf lange Teigführung setzen
Wir haben viele Varianten getestet. Schnelle Rezepte. Fertigteige. Kurzruhe.
Aber nichts kommt an die lange Reifezeit heran.
Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick
Mehr Geschmack
Durch die lange Fermentation entstehen komplexe Aromen. Der Teig schmeckt leicht nussig, rund und nicht nach Hefe.
Bessere Verträglichkeit
Viele Menschen vertragen lang geführten Teig besser, weil die Hefe bereits einen Großteil der Arbeit erledigt hat.
Perfekte Textur
Außen knusprig. Innen luftig. Genau so, wie wir es wollen.
Einfacheres Handling
Der Teig reißt nicht, zieht sich nicht zusammen und lässt sich wunderbar formen.
Die Zutaten – weniger ist mehr
Für einen richtig guten 48-Stunden-Pizzateig brauchen wir keine exotischen Zutaten.
Das Grundrezept (für ca. 4 Pizzen)
- 1 kg Pizzamehl (Typ 00 oder ein sehr feines Weizenmehl)
- 650 ml kaltes Wasser
- 2 g frische Hefe (ja, wirklich nur so wenig!)
- 20–22 g Salz
Mehr nicht.
Kein Zucker. Kein Öl. Kein Schnickschnack.
Schritt für Schritt: So machen wir den 48-Stunden-Pizzateig
1. Wasser und Hefe vermischen
Wir lösen die Hefe im kalten Wasser auf.
Nicht warm. Kalt ist hier entscheidend, damit die Fermentation langsam startet.
2. Mehl nach und nach einarbeiten
Jetzt geben wir das Mehl portionsweise dazu und vermengen alles locker.
Am Anfang reicht ein Löffel oder die Hand. Eine Küchenmaschine ist kein Muss.
3. Salz einarbeiten
Erst wenn das Mehl grob eingearbeitet ist, kommt das Salz dazu.
So stören wir die Hefe nicht in ihrer Anfangsphase.
4. Kneten – aber nicht zu viel
Wir kneten den Teig etwa 10–12 Minuten, bis er:
- glatt
- leicht elastisch
- nicht mehr klebrig
ist.
Der Teig soll weich bleiben. Nicht trocken.
Erste Ruhephase – der Start der Magie
Jetzt lassen wir den Teig 20–30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen.
Einfach abgedeckt in der Schüssel.
Diese Phase hilft dem Mehl, das Wasser vollständig aufzunehmen.
Der Teig entspannt sich sichtbar.
Portionieren und ab in den Kühlschrank
Nach der kurzen Ruhe:
- teilen wir den Teig in ca. 240–260 g schwere Kugeln
- schleifen sie vorsichtig rund
- legen sie in eine leicht bemehlte Box
Dann geht alles für 48 Stunden in den Kühlschrank bei etwa 3–5 °C.
Und jetzt?
Jetzt passiert eigentlich nichts – und genau das ist der Trick.
Was passiert während der 48 H?
Auch wenn wir es nicht sehen, arbeitet der Teig die ganze Zeit.
- Die Hefe produziert langsam CO₂
- Das Glutengerüst wird stabil, aber dehnbar
- Säuren und Aromen entwickeln sich
Je länger die Ruhezeit, desto:
- komplexer der Geschmack
- besser die Struktur
- entspannter der Teig
48 h sind optimal – aber flexibel
Ideal sind 48 Stunden, aber:
- ab 24 Stunden wird es schon richtig gut
- bis 72 Stunden ist ebenfalls möglich
Wichtig ist nur, dass der Teig nicht zu warm wird.
Vorbereitung am Backtag
Etwa 2–3 Stunden vor dem Backen holen wir den Teig aus dem Kühlschrank.
So kann er:
- Raumtemperatur annehmen
- wieder etwas aktiver werden
Der Teig sollte sich jetzt:
- weich
- luftig
- lebendig
anfühlen.
Teig formen – bitte kein Nudelholz
Jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt.
Wir drücken den Teig von innen nach außen.
Wir rollen ihn nicht aus.
So bleibt die Luft im Rand und wir bekommen:
- einen schönen, luftigen Cornicione
- keine flache, harte Pizza
Ein bisschen Mehl auf der Arbeitsfläche reicht völlig.
Backen – so holen wir das Maximum raus
Backofen
- höchste mögliche Temperatur (250–300 °C)
- Backstahl oder Pizzastein gut vorheizen
- Backzeit: ca. 6–8 Minuten
Pizzaofen
- Boden ca. 380–420 °C
- Kuppel 430–450 °C
- Backzeit: 60–90 Sekunden
Egal wie:
Hohe Hitze ist der Schlüssel.
Typische Fehler – und wie wir sie vermeiden
Zu viel Hefe
Mehr Hefe heißt nicht besser. Im Gegenteil. Der Teig wird flach und schmeckt nach Hefe.
Zu kurze Reifezeit
Geduld zahlt sich aus. Der Geschmack kommt mit der Zeit.
Zu kaltes Backen
Pizza braucht Hitze. Ohne Hitze kein Ofentrieb.
Zu viel Mehl beim Formen
Dann verbrennt das Mehl und macht bitter.
Warum wir diesen Teig immer wieder machen
Der 48-H-Pizzateig ist:
- zuverlässig
- planbar
- geschmacklich überragend
Wir können ihn:
- vorbereiten
- flexibel backen
- an Gäste anpassen
Und das Beste:
Er schmeckt jedes Mal besser, je öfter wir ihn machen.
Fazit
48 Stunden, die alles verändern…
Wenn wir Pizza wirklich lieben, dann ist 48-H-Pizzateig kein Trend, sondern eine Entscheidung.
Eine Entscheidung für:
- besseren Geschmack
- bessere Textur
- bessere Pizza
Es braucht keine Profi-Ausrüstung.
Keine komplizierten Techniken.
Nur Zeit, Geduld und gute Zutaten.
Guten Appetit! 🍕
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